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Chancen für die Zukunft

Modernisierungsbedarf im Zukunftsmarkt Russland

Die Krise hat in Russland den Blick dafür geschärft, die Modernisierung der Wirtschaft voranzutreiben. Der beste Schutz gegen künftige Rezessionen besteht in einer stärkeren Diversifizierung und Innovationsorientierung der Volkswirtschaft. Auf den Gebieten Nanotechnologie, Informationstechnologien, Energieeffizienz, Atomenergie und Pharmazie will Russland international wettbewerbsfähiger werden. Auch der wachsende Mittelstand, boomende Regionen, wie z. B. Sotschi als Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2014, und milliardenschwere Zielprogramme – u.a. im Transportsektor, in der Wasserwirtschaft und der Nordural-Erschließung – eröffnen rund um die Kunststoff- und Kautschukverarbeitung großes Potenzial für Anbieter aus dem Westen.

Steigende Energiepreise auf dem Weltmarkt sorgen dafür, dass Russlands Haushaltseinnahmen wieder steigen. Für wichtige Wirtschaftszweige wie z.B. Verpackung oder Bau werden gute Wachstumschancen prognostiziert und der Modernisierungsbedarf im Land und in den Nachbarstaaten ist nach wie vor groß. Russland bleibt für die Kunststoff- und Gummiindustrie ein viel versprechender Zukunftsmarkt.

Präsenz zeigen und Vorsprung sichern

Mit Platz drei im Exportranking bleibt Russland bzw. Osteuropa nach wie vor einer der bedeutendsten Märkte für die Branche. Anbietern von Kunststoff- und Verpackungsmaschinen kommt zudem die Maßnahme entgegen, dass Russland ab dem 1. Juli 2009 keine Einfuhrumsatzsteuer mehr für eine Reihe von Maschinen und Ausrüstungen erhebt. Damit erzielen ausländische Hersteller einen deutlichen Preisvorteil. Voraussetzung ist, dass es für die Produkte keine entsprechende Fertigung im Land gibt.

Gerade Unternehmen, die auch die schwierige Phase für mittel- und langfristige Geschäftsanbahnung und Kundenpflege nutzen, können profitieren. Die INTERPLASTICA in Moskau hat bewiesen, dass sie eine stabile Plattform der Kunststoff- und Kautschukindustrie in Russland und die führende Fachmesse der Region ist. Seien Sie auf der nächsten internationalen Fachausstellung vom 25. bis 28. Januar 2011 dabei und reservieren Sie bei uns Ihren Stand für die 14. INTERPLASTICA in Moskau!

Spezialkunststoffe hoch im Kurs
Vorteile für Anbieter von Hochtechnologie

Die Nachfrage nach hochwertigen Kunststoffen wie Polypropylen oder Polyethylen entwickelt sich auf dem russischen Markt sehr dynamisch. Die wichtigste Abnehmerbranche ist die Verpackungsindustrie, aber auch in der Kfz-Industrie, bei der Herstellung von Kunststoffrohren, in der Haushaltstechnik und für Baumaterial werden die thermoplastischen Kunststoffe benötigt. Während die Importe einfacher Polymere zusehends durch eigene Produkte ersetzt werden, müssen komplexere Stoffe und Additive importiert werden. Dazu fehlen in Russland bislang entsprechende Produktionsmöglichkeiten. Mittel- bis langfristig dürfte die Nachfrage weiterhin steigen: Das Entwicklungspotenzial für Polypropylen ist immens. In den USA, Westeuropa und Japan liegt der Pro-Kopf-Verbrauch bei 20 bis 25 Kilogramm pro Jahr. In Russland sind es gerade einmal 3,8 Kilogramm – ein Sechstel des Verbrauchs in Westeuropa.

Die Extrusion von Polyethylenfolien steht für rund 20 Prozent des europäischen Polymerverbrauchs und in Russland holt die Branche beträchtlich auf. Der Löwenanteil von 86 Prozent der PE-Folien wird für die verschiedenen Arten von Verpackungen eingesetzt, allen voran für Lebensmittelverpackungen. Dabei sind zunehmend hochwertige Produkte gefragt. Zum wird in Russland immer mehr in Supermärkten eingekauft, zum anderen ändern sich die Bedürfnisse mit den Möglichkeiten. So haben Vorteile wie verlängerte Haltbarkeit von frischen Lebensmitteln und geringere Transportschäden zu einem höheren Verbrauch an coextrudierten Barrierefolien geführt. Branchenkenner erwarten, dass die Fertigung von PE-Folien in Russland in den nächsten fünf Jahren weiter zunehmen wird. Mit steigenden Qualitätsansprüchen benötigt die verarbeitende Industrie in Russland zunehmend modernere Ausrüstungen und spezialisiertere Technologien.

Impulse für die russische Automobilindustrie
Trotz der weltweiten Krise der Automobilbranche bietet der russische Automobilmarkt für Hersteller und Teilelieferanten langfristig gute Aussichten. Der Fahrzeugbestand in Russland soll weiter ansteigen und sich bis 2020 voraussichtlich auf 90 Millionen Fahrzeuge verdreifachen. Ein Grund dafür ist das Alter der Pkw: Mehr als ein Drittel aller Autos sind älter als 20 Jahre. Ersatzbeschaffung tut Not. Für Impulse in der russischen Autoindustrie sorgt die Regierung, die seit März 2010 eine Abwrackprämie zahlt. Wer seinen Altwagen verschrottet, bekommt vom Staat 50.000 Rubel für die Anschaffung eines Neuwagens. Voraussetzung ist die Produktion auf russischem Territorium. (Quelle u.a.: http://www.gw-trends.de/russland-startet-abwrackpraemie-927565.html)

Moderne Technologien stehen hoch im Kurs
Die russische Kautschukindustrie profitierte in den vergangenen Jahren von der stark steigenden Nachfrage nach Reifen auf dem Inlandsmarkt und von den traditionell starken Exporten. Mitte 2008 brach jedoch der russische Kfz-Markt ein. Die Einführung der Abwrackprämie soll den Verkauf von Neuwagen wieder ankurbeln. Russische wie ausländische Unternehmen setzen auf den Markt und investieren vor Ort. Experten gehen davon aus, dass ab Mitte 2010 die Märkte wieder spürbar anziehen und rechnen für die nächsten fünf Jahre mit einem deutlichen Wachstum der Automobil- und somit auch der Reifenindustrie. Weil die steigenden Qualitätsanforderungen in den meisten bestehenden russischen Anlagen mit Technologien aus den 1950er und 1960er Jahren nicht zu erreichen sind, ist Russland weiterhin auf den Import moderner Maschinen und Ausrüstungen angewiesen.

Die Nachfrage nach hochwertigen Silikonkautschuken dürfte sich in den kommenden Jahren sehr dynamisch entwickeln und westlichen Unternehmen in Russland weiter Marktanteile einbringen. Impulse versprechen sich Silikon-Hersteller von der neuesten Generation von Sicherheitskabeln und von Lkw-Teilen. Weil für Silikon hochspezialisierte Industriefertigungen nötig sind, wird der Bedarf an Silikonkautschuk von russischen Weiterverarbeitern in steigendem Maße aus Importen gedeckt. Das bietet ausländischen Unternehmen gute Absatzchancen.

Langfristig gute Aussichten in der Bauwirtschaft
Ein insgesamt abwartendes Investitionsverhalten der Industrie hat die Bauwirtschaft im schwierigen Geschäftsjahr 2009 ausgebremst. Nachholbedarf ist reichlich vorhanden, weil wichtige Investitionsprojekte verzögert oder eingestellt wurden. Konkrete Perspektiven für die Bauwirtschaft eröffnen sich im Infrastrukturbau. Mitte 2009 wurde eine neue Staatsholding gegründet, die sich um Bau und Betrieb von Mautstraßen kümmern wird. Westeuropäische Unternehmen sind in den Bau- und Betreiberkonsortien der neuen Autobahnen vertreten. Neue Projekte sind außerdem beim Kraftwerksbau zu erwarten. Für den Ausbau der Stromversorgung sind 2010 in Russland rund 26 Milliarden Dollar vorgesehen. Große Investitionen stehen auch beim Ausbau der Wasserversorgung und beim Klärwerksbau an. Die Projekte eröffnen Herstellern und Zulieferern in der Kunststoff und Kautschuk verarbeitenden Industrie neue Geschäftschancen.

Effizienztechnologien und geringer Energieverbrauch spielen in der russischen Bauwirtschaft eine zunehmend wichtige Rolle. Im Januar 2010 hat das russische Umweltministerium die Kriterien für eine ökologische Zertifizierung von Immobilien gebilligt. Durch die internationale Aufmerksamkeit für Bauprojekte in der Olympiastadt Sotschi und durch das neue Energiegesetz ist das Thema auf der Agenda nach oben gerückt. Bei den Projekten in der Olympiaregion sollen neue Standards für ökologisches und nachhaltiges Bauen gesetzt werden und im Anschluss landesweit Wirkung entfalten. Die meisten Technologien und Materialien für "grüne Bauwerke" müssten aber importiert werden, weil es keine eigene Produktion in Russland gibt. Für westliche Technologieanbieter zeigt dieser Trend neue Geschäftsmöglichkeiten im russischen Abnehmermarkt auf.

Verpackungsindustrie
Trotz schwieriger Rahmenbedingungen haben Russlands Polyethylen-Hersteller die Produktion um ein Zehntel gesteigert. Dank massiver Investitionen in die Erweiterung der Kapazitäten und gezielter Qualitätssteigerungen spielt Russland mittlerweile in der ersten Liga. Eine Reihe weiterer Investitionen ist geplant. Erstmals übertraf 2009 die Produktion von und die Nachfrage nach Polyethylen hoher Dichte den Ausstoß und den Absatz von Polyethylen niedriger Dichte. Über 50,5 Prozent des russischen PE-Outputs entfielen 2009 auf das harte Polymer. Marktforscher führen das auf gestiegene Qualitätsansprüche bei den Weiter- und Tiefenverarbeitern zurück. Rund 55 Prozent des in Russland nachgefragten Polyethylens entfallen mittlerweile auf dieses Polyolefin, mit dem Getränkeflaschen, Verpackungen und Haushaltswaren hergestellt werden. Trotz massiver Investitionen in neue Anlagen kann Russland den Bedarf an linearem Polyethylen niedriger Dichte nicht selbst decken und ist weiterhin auf Importe angewiesen.

Chemische Industrie
Die Chemieindustrie hat im vergangenen Jahr vor allem unter der schwachen Nachfrage aus dem Bausektor und der Fahrzeugproduktion gelitten. Perspektivisch gehen die Investitionen in der Chemieindustrie aber weiter. Bis 2012 rechnet das Wirtschaftsministerium mit einem Wachstum der Chemieproduktion von bis zu 4 Prozent. Die Branche rüstet sich durch den Ausbau von Kapazitäten für die Zukunft, Impulse liefert vor allem die starke Nachfrage nach Stickstoffdünger und hochwertigen Schmierstoffen. Bis 2014 wird die Kaligrube Gremjatschinski im Gebiet Wolgograd erschlossen. Für die Realisierung dieses Projektes werden rund 1,9 Milliarden Euro nötig sein, für den Ausbau der Infrastruktur rund um die Lagerstätte – Wohnungen, Schulen, Krankenhäuser und Straßen – sind zusätzlich Investitionen in Höhe von 220 Millionen Euro geplant.

Finanzierung
Eine Schlüsselfrage bleibt allerdings die Finanzierung der Investitionsvorhaben. Doch die Kreditvergabe in Russland kommt wieder in Gang und das Vertrauen in den Rubel wächst. Staatsgarantien will die Regierung ab 2010 nur noch für neue Investitionsprojekte vergeben. Um das Kreditgeschäft wieder anzukurbeln, hat die Zentralbank den Refinanzierungssatz im Jahresverlauf mehrmals gesenkt, zuletzt im Februar auf 8,5 Prozent. So niedrig war der Leitzins in Russland noch nie. (Quelle: http://www.leitzinsen.info/zinsen.htm, 15.3.2010)

 
 

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